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Soll ich zur Messung der "Materialfarbe" SCE oder SCI verwenden?

Welche Methode SCI (Specular Component Included = Spiegelglanz eingeschlossen)  oder SCE (Specular Component Excluded = Spiegelglanz ausgeschlossen) ist die bessere, wenn es darum geht die "Materialfarbe" zu messen ?
 

Dieses ist eine schwierige Frage - fangen wir zunächst mit der Bestimmung der "Materialfarbe"

Stellen Sie sich vor, dass Sie mehrere Pigmente in eine Weisse Lackbasis gemischt haben und dass Sie damit einen deckenden Aufstrich erzeugt haben. Stellen Sie sich weiter vor, dass 2 Proben erzeugt wurden,  eine mit einer glänzenden Oberfläche und die andere Probe mit einer matten Oberfläche. 

Ausgehend von der gleichen Lack mit dem gleichen Rezept wurden durch unterschiedliche Applikationstechniken auf dem gleichen Untergrund Aufstriche mit einem unterschiedlichen Glanz erzeugt. 

Wenn der menschliche Beobachter, diese Proben unter kontrollierten  Beleuchtungsbedingungen miteinander vergleicht, empfindet er, dass die glänzende Probe sehr viel tiefer und  intensiver als die matte Probe aussieht.

Der Unterschied im Erscheinungsbild  ist NICHT durch die Farbe bedingt. Wir wissen beide Proben wurden aus der gleichen Dose Lack bezogen, demnach gibt es kein Unterschied im Farbrezept. Der Unterschied ist durch den Glanz bedingt. .

Zurück zur Frage. "Welchen Messmodus sollte zur Messung der "Materialfarbe" genutzt werden. Die in der Industrie allgemein akzeptierte Antwort ist: Nutzen Sie die Bedingung: SCI (Glanzeinschluss). In dieser Einstellung wird das gesamte reflektierte Licht, (Spiegelglanz und diffuse Reflexion) in der Kugel gesammelt . Dabei macht es wenig oder gar keinen Unterschied, ob die Probe fast wie Spiegel glänzt oder sehr matt ist. Nur das Rezept beeinflusst die Farbe. Aus diesem Grunde wird  in den Unternehmen zur Rezeptberechnung vorzugsweise die SCI Bedingung verwendet.

Während der Einsatz der SCI Bedingung  zur Farbrezeptberechnung im Labor  durchaus Sinn macht, kann dieses in der Qualitätssicherung zu Verwirrungen führen. Betrachten wir unsere Beispiel mit einer glänzenden und einer matten Probe bezogen auf ein Endproduktes - z.B. bei einem Schrank. Stellen Sie sich vor die linke Tür wird durch Mitarbeiter "A",  sehr "nass lackiert"  und zu einem glänzenden Ergebnis führen, während die  rechte Tür durch Mitarbeiter "B", sehr "trocken lackiert" wird und zu einem matten Ergebnis führt. Würde dieses Produkt einen Käufer begeistern? Wahrscheinlich nicht!  Denn dieser sieht im gleichen Produkt eine glänzende, dunklen Tür neben einer matten, scheinbar verwitterten Tür. 

Gemessen mit einem Kugel-Spektralphotometer unter SCI-Bedingung würden Sie feststellen, dass die Farbe der Türen nahezu gleich ist. Aber dieses stimmt nicht mit dem Erscheinungsbild überein. Wie auch immer Sie diese Türen visuell vergleichen, diese sehen unterschiedlich aus. 

Um eine Bewertung zu erreichen, die nahezu dem visuellen Eindruck entspricht wählen Sie die SCE-Bedingung (Glanzausschluss).  Da bei einer glänzenden Probe der Spiegelglanzanteil sehr hoch ist, sollte dieser von der Bewertung ausgeschlossen werden.  Je höher der  Spiegelglanzanteil einer Probe um so geringer ist der Anteil der Reflexion die dem SCE-Empfänger zugeführt wird. Wenn Sie einen idealen Spiegel in der SCE-Bedingung bewerten, so wird die gesamte Reflexion ausgeschlossen, und dieser scheint ein perfektes Schwarz zu sein, unabhängig von der "Wahren Farbe"  

Zusammenfassung:
  Zur Rezeptberechnung im Labor wird meistens die SCI-Bedingung zur Bestimmung der "Materialfarbe" gewählt . Für Qualitätskontrollanwendungen wird häufig die SCE-Bedingung zur Bestimmung des Erscheinungsbildes gewählt. .


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